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Das Anschreiben stirbt aus: 18% der Konzerne Deutschlands wollen von Bewerb. noch eines

Wie geht Bewerben heute zugleich persönlicher und strukturierter? Große Unternehmen finden: Lieber mit einem Motivationsschreiben als mit einem klassischen Anschreiben. Nur noch 18 Prozent der 50 umsatzstärksten deutschen Unternehmen setzen laut einer Befragung ausdrücklich auf ein Anschreiben. Im vergangenen Jahr waren es dagegen noch 29 Prozent gewesen.

Das hat die Recruitment-Plattform Taledo im Januar 2021 ermittelt. Die Plattform verbindet Unternehmen mit Fachkräften aus den Branchen IT, Digitalwirtschaft, Operations, Medizin sowie Sales und Marketing.  

Die Bewerbungsexperten haben verglichen, welche Dokumente Bewerber für IT-Positionen bei 50 Großunternehmen und 50 Start-ups mit der jeweils höchsten Finanzierung in Deutschland einreichen sollen. Dabei wurde deutlich, dass das Anschreiben seine besten Zeiten hinter sich hat. Nur noch 18 Prozent der großen Unternehmen verlangen eines, bei den Startups sind es mit 20 Prozent auch nicht viel mehr. „HR-ManagerInnen stehen zunehmend unter Zeitdruck“, sagt Marcel Poelker, Gründer und CTO von Taledo. Die Zahl der Bewerbungen sei hoch. Es bedeute einen enormen Aufwand, jedes Anschreiben einzeln durchzugehen.

„Traditionelle Bewerbungsverfahren sind hoffnungslos veraltet“

Unterlagen zu sichten, ist eine zentrale Aufgabe der Personalmanager — doch diese Aufgabe wandelt sich. So rückt in Großunternehmen wie etwa Hochtief AG, Kaufland Stiftung oder Aldi Süd statt des Anschreibens inzwischen das Motivationsschreiben immer stärker in den Vordergrund. Es gilt auch als dritte Seite in Bewerbungen und fällt kürzer und prägnanter aus. Neben der persönlichen Motivation für die Stelle bringt es Soft Skills und Fähigkeiten des Bewerbers zum Ausdruck.  

Dahinter stehe ein Umdenken. „Deutsche Konzerne erkennen nach und nach, dass traditionelle Bewerbungsverfahren hoffnungslos veraltet sind“, sagt Marcel Poelker. „Bewerber und Personalabteilung ziehen schlanke und vor allem effiziente Bewerbungsprozesse vor.“ Gerade im IT-Sektor würden Großkonzerne nun oft datengetrieben arbeiten. Wie sie achten ihm zufolge auch Startups auf gute Noten und Abschlüsse, der Lebenslauf und die Zeugnisse bleiben also relevant. Ihnen allen gehe es mittlerweile aber besonders um Mentalität und Motivation der Bewerber.

Personaler finden Anschreiben oft inhaltsleer

Schon 2018 ergab eine Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half, dass knapp die Hälfte (48 Prozent) von 500 befragten Personalmanagern in Deutschland Anschreiben inhaltlich nicht sehr aussagekräftig finden. 32 Prozent bemängelten fehlende Zusatzinformationen im Anschreiben gegenüber dem Lebenslauf eines Bewerbers.

Das fällt Personalern natürlich auf, etwa beim Bildungsunternehmen Babbel. Es steht hinter der gleichnamigen Sprachlern-App. „Ich persönlich lese gar nicht weiter, wenn ich sofort sehe, dass es sich um ein unpersönliches Standardanschreiben handelt“, sagt Renita Käsper, Teamleiterin Talent Acquisition bei Babbel. Dabei sei Anschreiben an sich „eine klasse Möglichkeit, einzelne Stationen und Punkte aus dem eigenen Lebenslauf näher zu erläutern und in der Menge an Bewerbungen hervorzustechen.“

Das Schreiben einer Bewerbung bringt Klarheit über die eigene Zielsetzung

Das Unternehmen beschäftigt in Berlin und New York Mitarbeiter aus vielen Nationen. Käsper sagt, dass die Bewerbung bei ihnen je nach Stelle sehr unterschiedlich aussehen könne. „Grundsätzlich unterscheiden sich die Anforderungen an eine Bewerbung bei uns je nach Abteilung“, sagt sie.

„Im Engineering etwa reicht oft der Lebenslauf. Eine Testaufgabe und der Teamfit sind da viel wichtiger. In Bereichen wie Interne Kommunikation, PR, Kundenservice oder Brand-Marketing dagegen legen wir viel Wert auf ein klassisches Anschreiben.“ Sprache und Kommunikation stehen hier im Vordergrund. „Da können Kompetenzen schon im Anschreiben gezeigt werden.“ 

Ob nun ein Motivationsschreiben gefragt ist oder doch ein klassisches Anschreiben: Gerade Berufseinsteigern werden Ziele und Wünsche bei der Erstellung der Unterlagen klarer. „Geraten sie schon bei der Formulierung ihres Cover Letters ins Stocken, ist es vielleicht auch nicht die richtige Stelle“, sagt Kommunikationsmanager Klaas Geller von Taledo. Ein Trost mag da sein, dass dies nicht nur für Berufseinstieg er gilt: Dieses Gefühlt kennen auch erfahrene Bewerber in aller Regel gut.

Quelle: https://www.businessinsider.de/karriere/bewerbung/anschreiben-zur-bewerbung-nur-noch-in-18-prozent-der-konzerne-gewollt-a/?xing_share=news

Bildquelle: https://unsplash.com/photos/n8Qb1ZAkK88